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Nach B gehen

„Weißt du, wenn man in einer fremden Stadt von A nach B schlendert, und man hegt die Absicht, irgendwo auf dem Weg etwas zu sich zu nehmen, dann ist das immer eine vertrackte Sache. Gleich nach dem Losgehen entdeckt man ein ansprechendes Restaurant, die Speisekarte verspricht Verlockendes, die Preise sind in Ordnung, aber man geht weiter. Man will sich nicht in den erstbesten Laden setzen, man ist überzeugt, es findet sich noch Besseres auf dem Weg. Und so lässt man Möglichkeit um Möglichkeit links liegen, hofft ständig auf die perfekte Lösung, den Tempel der Kulinarik, den Sonnenstreif am Horizont, genau das, worauf man grade Lust hat, auch wenn man nicht so genau weiß, was das ist. Und das Ende vom Lied: Am Ziel des Spaziergangs, in der unmittelbaren Nähe von B, ist man derart hungrig, dass man sich in der erstbesten nach altem Fett stinkenden Fressbude ein enttäuschendes Fleischrestesandwich in den Mund schiebt, und voller Bedauern realisiert, dass der Ort ganz in der Nähe von A, an dem man zu Beginn selbstsicher vorbeimarschiert war, dass genau dieser Laden perfekt gewesen wäre. Und Unzufriedenheit breitet sich aus angesichts der unbefriedigenden Sättigung, die einem der garstige Fettbrocken verschafft hat. Kennst du das?“

„Soll das so eine Art Analogie auf das Leben mit der Message ‚Genieße den Moment‘ sein? Dass man die Gelegenheit beim Schopfe packen soll, bevor sie vorüberzieht?“

„Hm. Nein. Das lässt sich da, glaube ich, nicht reininterpretieren. Weil: Es ist ja nicht gesagt, dass das beste Restaurant am Beginn des Weges liegt. Man könnte ja auch ganz am Ende, bei B, darauf stoßen. Dann ärgert man sich, wenn man, aus dem Bahnhof raus, ins erstbeste Bistro gestolpert ist und den Rest des Weges dann zwar satt, aber unzufrieden bestreiten muss, weil mundbewässernde Etablissements den Weg pflastern. Insofern wäre das Ganze als lebensbereicherndes Gleichnis relativ nutzlos, weil es ja im Grunde nur sagt: ‚Manche Entscheidungen sind richtig, manche falsch, was soll man machen.‘“

Vera schien das Interesse an meiner kleinen Narration verloren zu haben, glotzte durch die Glasfront des Cafés hindurch und lutschte auf ihrem Hollundermuffin herum wie ein alter, zahnloser Hund. Wie es so ihrer pseudotiefsinnigen Art entsprach, hatte sie meine Geschichte als Gleichnis abgestempelt und nicht verstanden, dass der Subtext des Ganzen meine ganz reale und konkrete Unzufriedenheit mit meinem Petersilienpesto-Schinkencrostini und der generellen Situation, in der wir uns befanden, war. Sie besaß wahrlich trotz all ihrer blöden fingierten Nachdenklichkeit die Subtilität eines Mettigels. Auch ich blickte nun hinaus, auf die Menschen und Straßenlaternen von B und sagte mir einmal mehr, dass A den erheblich ansprechenderen Teil dieser Stadt darstellte. Nichtsdestotrotz waren wir von A nach B gegangen. Das hatte für mich nichts Mystisches oder Geheimnisvolles, es war schlicht Ergebnis einer schlechten Entscheidung und ich hatte keine Lust darüber nachzudenken. Denn all die Symbolik dieser Welt, das wusste ich ganz unwillkürlich, das war das Fazit dieser ganzen unheilvollen Story, würden nichts an dem latenten Übelkeitsgefühl ändern, das mich, das war bereits zu spüren, in den nächsten Stunden begleiten sollte.

Scheu

Meine Mitbewohnerin ist ein Reh. Heute hat sie es mir gestanden, obwohl gestanden wahrscheinlich das falsche Wort sein mag, es ist ja nichts dabei. Und doch hat sie es geheim gehalten. Ich mochte sie sehr gern, von Anfang an. Schon beim WG-Casting mochte ich sie, als sie am anderen Ende unseres lächerlich niedrigen Tisches saß, der Stuhl wirkte zu groß, so klein und zart und zierlich war sie, aber zugleich sehnig und muskulös, wie eine Miniaturmarathonläuferin mit Beinen wie Streichhölzer. Im Gespräch schlug sie abwechselnd die Augen zu Boden und blickte nervös umher. Sie liebe die Natur, sagte sie leise, und wie nah unsere Wohnung am Stadtwald sei, gefalle ihr sehr. Ich warf Leon vielsagende Blicke zu. Er fing sie auf. Wir hatten unsere neue Mitbewohnerin gefunden: Sie hieß Linda, ein Name wie ein lauer Windstoß durch einen herbstlichen Wald.
Eine Woche nach ihrem Einzug hatte Linda einen Autounfall. Als wir sie im Krankenhaus besuchten, hauchte sie bloß, sie sei nach Anbruch der Dunkelheit im Wald spazieren gegangen, und auf dem Rückweg, beim Überqueren der Landstraße, sei es passiert: Das Fahrzeug sei plötzlich da gewesen, wie aus dem Nichts, hätte sie angestrahlt und sie sei zur Salzsäure erstarrt anstatt auszuweichen. Der Schock. Sie hatte sich den linken Arm und das linke Bein gebrochen und musste noch eine Woche zu Hause das Bett hüten. Ihr Vater kam sie einmal besuchen, ein stolzer Mann mit aufrechter Haltung und schweifendem Blick, und brachte ihr Tannenblut-Bronchialsirup. Obwohl ja mit ihren Bronchien im Grunde alles stimmte. So weit, so irritierend.
Nach ihrer Genesung fanden sich weitere Anlässe zum Stirnrunzeln. Im Küchenmülleimer klebten ständig kleine Brocken bräunlicher Pampe, und eines Tages beobachtete ich Linda, wie sie beiläufig etwas hinein spuckte. Als sie einmal bei ihrem Praktikum im Forstministerium war, schlüpfte ich in ihr Zimmer. Alles war in erdigen Tönen gehalten, ihr Bettbezug mit kleinen Bäumchen gemustert. Es roch penetrant nach Wald, und nach einigem Schnuppern konnte ich genauer sagen: nach Harz. Ich fuhr mit dem Geschnüffel fort, um den Ursprung des Geruchs zu finden, und öffnete schließlich einen in dem aus rustikalem Holz gefertigten Wandregal stehenden Schuhkarton. Er war voller frischer Triebe. Triebe, wie ich im Rahmen ausgiebiger Internetrecherche herausfand, von Nadelbäumen. Auf diesen Trieben kaute sie also stetig herum, bald konnte ich es auch anhand ihres merkwürdig schweren, aber eigentlich angenehmen Atemgeruchs verifizieren. Spätestens dann begann in mir ein Verdacht zu reifen, der nur einen Monat später Gewissheit werden sollte.
Leon rief mich an, als ich gerade bei meiner Lieblingspizzeria ein Schnitzel aß. Linda lag schon wieder im Krankenhaus, und zwar war sie angeschossen worden, von einem Jäger wohl. Zum Glück nur in den Arm, keine Arterie war verletzt. Verwirrt legte ich auf und aß in Gedanken mein Schnitzel auf. Dann zahlte ich und fuhr mit der U7 zum Elisabethstift. Linda war noch blasser als sonst, und ihre für ihr zierliches Erscheinen ausgesprochen buschigen Augenbrauen prangten in ihrem Gesicht wie Kohleflöze im Schnee. Sie war bei Bewusstsein. Ich setzte mich zu ihr und stellte das Kiefernöl-Entspannungsbad, das ich noch im Reformhaus um die Ecke besorgt hatte, zu den anderen Mitbringseln auf den Plastikrolltisch. Lange schwiegen wir. Dann sagte ich, und es klang mehr nach einer Feststellung als einer Frage: „Du bist ein Reh.“ Weil ich mir nicht sicher war, wie sie diese abrupte Konfrontation aufnehmen würde, schob ich noch mit einem unsicheren Lächeln hinterher: „Oder nicht?“ Sie starrte in die stinkende Krankenhausluft, dann nickte sie bestimmt, mit einem ergebenen Lächeln, als falle die so lang getragene Last des Versteckspiels von ihr ab. „Wird es deshalb jetzt komisch sein?“, fragte sie leise. Ich lachte und schüttelte den Kopf. Wir blickten uns lange an. Und dann nahm ich ihre Hand.

Wir saßen noch den ganzen Tag gemeinsam herum und scherzten und guckten Reality-TV auf dem Bezahlfernseher, bis der Abend anbrach und es Zeit war zu gehen. Nachdenklich schlenderte ich auf dem von toten Vögeln bedeckten Pfad an der auch Nachts hell erleuchteten Glasfassade des Stifts entlang, dem Wald entgegen. Der harzige Geruch stieg mir in die Nase, der mir ein Lächeln aufs Gesicht legte. Ich pflückte einen Trieb und roch daran, mit geschlossenen Augen, und dachte an Linda. Dann steckte ich ihn mir in den Mund. Er schmeckte gut.

Orpheus

Meine Profession und Passion ist es, mit dem Rücken zum Ereignis zu stehen. Angefangen habe ich im Fußballstadion, als einer der Sicherheitsleute, die die Fans beobachten und sicher stellen, dass niemand über die Abgrenzung klettert oder den Ball nicht wieder hergibt, wenn er ihm zufällt. Ich war gut in meinem Job, weil ich mir nicht viel aus Fußball mache. Grade wenn es eine spannende Szene gab oder gar ein Tor fiel, und die Menge aufjaulte wie ein einziger riesiger Seehund, dann schaute ich ihnen viel lieber beim Jaulen zu als dem Reflex nachzugeben mich umzudrehen. Die Begeisterung der Fans war mir eine Übersetzung der Geschehnisse auf dem Feld in eine universelle Sprache, nämlich die unmittelbare menschliche Emotion. Das mochte ich so sehr, dass ich parallel einen Nachtjob in einer Konzerthalle annahm. Es ging darum, zwischen Band und Publikum zu stehen und Konzertbesucher vom Stagediven oder dem Erstürmen der Bühne abzuhalten. Hier war es schon schwerer, Disziplin zu bewahren. Einmal spielte sogar meine Lieblingsband, The nervous ferrets, und ich kann mit Stolz sagen, nur einmal einen Blick riskiert zu haben, nämlich als der Frontsänger diese Sache machte, die er immer macht, mit dem Mikrokabel.

Aber am meisten begeistert haben mich Sprengungen. Die Singularität des Ereignisses gab ihm einen ganz besonderen Touch, die Augen der Zuschauer wurden geradezu eingesogen von dem Ereignis, sie glotzen das in sich zusammenfallende Gebäude an als würden sie das Gesehene trinken, in großen Schlücken. Gleichzeitig waren sie meine härteste Prüfung. „Wer sich umdreht“, hatte uns der Sprengmeister im Vorfeld beschworen, „Wer sich umdreht, wird gefeuert. Das ist kein Spaß hier. Wenn ein Kind sich aus der Menge löst und auf das zusammenstürzende Gebäude zuläuft, und ihr merkt nichts, weil ihr selber glotzt, könntet ihr damit leben?“
Konnten wir natürlich nicht, und wollten wir auch nicht. Selbst bei der Sprengung des ehemaligen Hauptsitzes der FRISA-Versicherung, dem schlacksigen Karl, wie ihn echte Stralsunder nannten, blieb mein Blick eisern nach vorne gerichtet. Sie müssen sich vorstellen: Ich konnte den schlacksigen Karl von meinem Kinderzimmerfenster aus sehen! Ich sah jeden Morgen auf ihn, stieg aus dem Bett und er war das Erste, das sich mir offenbarte. Und trotzdem war ich während seines Ablebens den braven Bürgern der Stadt Stralsund zugewandt, statt Zeuge zu werden. Als würde man beim Tod eines geliebten Bruders nicht dessen Hand, sondern die einer Krankenschwester halten. Später jedoch, als die Menge sich zerstreut und der Staub sich gelegt hatte, erlebte ich noch einen kurzen intimen Moment mit den Resten des Klotzes, der Leiche des Riesen, der mich architektonisch gesehen aufgezogen hatte. Am Rand der Absperrung stehend, auf den Trümmerhaufen blickend, habe ich geweint.

Es ist kein leichter Job. Aber man lernt: Einer muss nicht hinsehen. Überall, wo viele tausend Leute zugucken, muss einer den Leuten zugucken. Und das bin ich.

Chronist der Enttäuschung II

In der Mitte Australiens, da wo nur Wüste ist, tausende Kilometer östlich von Perth, tausende Kilometer westlich von Brisbane, liegt der Lake Disappointment. Benannt wurde der Lake Disappointment 1897 von Frank Hann, einem Hallodri und Entdecker britischer Herkunft. Mühsam war Hann diversen ausgetrockneten Flussläufen gefolgt, in der Hoffnung ein Trinkwasserreservoir zu finden für seine durstigen Packtiere und Helfer. Was er stattdessen fand war ein Salzgewässer von der Größe des Bodensees. Man muss sich die Enttäuschung vorstellen, die Enttäuschung, die den Mann letztlich dazu trieb, genau diesen Namen zu wählen: See der Enttäuschung. Am Horizont wird das kühle Nass aufgetaucht sein, gelaufen ist er, unermüdlich trieb er wohl seine Mannschaft an ‑ so Nahe am Ziel ‑ und dann am Ufer? Der erste, atemlos gleich aus der Hand geschlürfte Schluck: ungenießbar, Durst erzeugend. Was für eine Enttäuschung. Da wird er wohl gesessen sein, an den Wogen dieses heimtückischen Miniatur-Meeres, der Tag war dahin, und auch der Pfeifentabak wollte ihm nicht mehr recht schmecken. Wahrscheinlich dachte er zurück an Kindheitstage, in der zeremoniellen britischen Grafschaft Wiltshire, als seine Mutter ihm versprach, aus ihm möge Großes werden. Aber: Nicht mal etwas Süßwasser für die Träger und Tiere nach solch langer Reise, ihre Augen ohne Hoffnung, Gesichter faltig vor Gram. Dieser grausige Tümpel sollte wenigstens auf ewig das Mal der Schande tragen, was natürlich etwas albern war, das war Hann insgeheim klar, dem See die Schuld für sein Versagen zuzuschieben, aber wir wissen heute nur das, was wir auf der Landkarte lesen und denken an Frank Hann, der 1921 verarmt verstarb.

118 Jahre später saß ich konsterniert in meiner viel zu kleinen Einbauküche herum. Das Ofenbrot war, man kann es leider nicht anders sagen, auf ganzer Linie ein kompletter Reinfall. Der Drift bei den Tiefkühlprodukten hin zur „traditionellen“ Zubereitung, die den Markt vor einiger Zeit erfasst hatte, war mir grundsätzlich sehr gelegen gekommen. Ausdrücke wie Rustico, Bauernart oder nach traditionellem Rezept lösten in mir eine Sympathie aus, bei der sich jeder Marketingmensch nur die Hände reiben konnte. Ich aß Pizzen mit dunklem Teig und schwarzem Rand, Schlemmerfilets mit den Marinaden unserer Vorväter, handbefüllte Tortellini und Tortelloni. Aber dieses Ofenbrot hat mich fertiggemacht. Zu klein für den Preis, zu groß, um das ganze ekelerregende Ding herunterzuschlingen. Lieblos arrangierter Belag auf matschigem Untergrund, halbherzig vorgebacken. Ich blickte auf dem Tisch herum und von der neuesten Ausgabe der Geschichte Heute blickte mir Frank Hann entgegen, wir schauten uns an und teilten einen kurzen intimen Moment miteinander. Das gab mir Kraft, das Teigdesaster zu entsorgen.

Schalter

Letzten Dienstag habe ich zufällig beim Putzen unter der Spüle einen Schalter gefunden. So einen zum Drehen wie eine alte Sicherung. Ich bin nicht der Typ, der ins Blaue hinein einfach irgendwelche Schalter betätigt, oft lassen sich einmal in Gang gesetzte Mechanismen nicht mehr stoppen und etwas geht unweigerlich kaputt. Eher aus Affekt hab ich ihn umgelegt.
Erstmal geschah gar nichts. Dann kam der Paketservice und brachte den neuen Brotkorb. Er war schön, ein Gefäß aus cremefarbenem Plastik mit einem Deckel aus Holz.
Dann bekam ich Hunger. Meine Fettucine essend sah ich durch die Glastür hinaus auf den Balkon, wo ein Spatz saß und fett aussah.

In den nächsten Tagen bemerkte ich verschiedene Dinge. Ich fühlte mich plötzlich besser als sonst. Ich konnte alles ganz klar sehen, den Staub auf dem Trottoir und die Maserung der hölzernen Stühle in der einen Kneipe, die ich nicht so gerne mag. Es gelang mir, einen Streit gegen Timo zu gewinnen. Das ist nicht leicht, weil sich Timo nur aus gutem Grund streitet und meistens ist er im Recht und er hat einen Punkt. Diesmal aber ich. Ich hab einen Text geschrieben über Gliederfüßler. Es waren viele gute Gags darin, zyklischer Aufbau, und am Ende was zum Schmunzeln, das finde ich ganz wichtig, dass man zum Schluss so einen versöhnlichen Ton hinbekommt. Panthergleich setzte ich meine Schritte, und bewundernde Blicke trafen mich seitens der coolen Kinder an der S-Bahn-Station, anerkennendes Nicken. Ich war relativ präzise auf einmal. Ich konnte ganz genau sagen was ich von Dingen halte, das kann ich sonst nicht so gut, meistens ist es nur so ein Gefühl oder ich muss erst ins Feuilleton gucken. Alles hat aus heiterm Himmel total intensiv geschmeckt und gerochen. Minutenlang schnüffelte ich an Gemüsen in Supermärkten wie ein buckeliger Gnom. Mein Essen hab ich nicht mehr salzen müssen, es war auch so lecker. Die Sammlung an scharfen Soßen warf ich weg, ich brauchte den Schmerz nicht mehr.

Aber naja, was soll ich sagen. Ich hab den Schalter irgendwann wieder umgelegt. Zuerst nur weil ich gucken wollte wie es vorher nochmal war. Dann hab ichs aber so gelassen. Ein paar Wochen später war der Schalter verschwunden. Ich weiß nicht. Es ist nicht so als könnte ich irgendwas ziehen aus der Mittelmäßigkeit. Trotzdem ist sie in Ordnung, denke ich. Aus der Dumpfheit Entstandenes strahlt heller, redet man sich zumindest ein. Das stimmt natürlich nicht. Klar, es war ein cooler Moment, als ich herumsaß auf meinem Sitzsack und auf einmal verstanden hatte, nur durch genaues und scharfes Nachdenken, warum der Kürbis so ein dummes Nahrungsmittel ist. Und alle, denen ich mein Ergebnis darlegte, sahen es augenblicklich ein. Das hab ich zum Beispiel schon wieder vergessen, was ich mir da gedacht hatte. Ich weiß wieder nur noch, dass ich Kürbis nicht mag und kann den Finger nicht mehr drauflegen. Vielleicht ist das besser, die Kürbissuppen, Kürbisnocken, Kürbisspalten, Kürbisbreis einfach freundlich abzulehnen, mit fester Stimme, ohne der Bedeutung hinterherzuhecheln. Ich mag es so. Und wenn nicht: Dann ist es jetzt zu spät.